Digitale Transformation

MTS Gruppe: Wenn online plötzlich zum wichtigsten Absatzkanal wird.

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„Dem Kunden einen Schritt voraus“ – die digitale Vision der MTS Gruppe

Die Corona-Krise ist sowohl Herausforderung als auch Beschleuniger für digitale Geschäftsmodelle. Das richtige Mindset und eine passende Digitalstrategie können helfen, gut durch die Krise zu kommen. Was es zu beachten gilt und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, darüber sprechen wir mit Moritz Förster, Leiter der strategischen Prozess- und Geschäftsentwicklung der MTS Gruppe.

Moritz Förster

1. Die MTS Gruppe ist seit 2018 Kunde der UDG United Digital Group: Welche Projekte wurden gemeinsam umgesetzt?

Wir haben im August 2018, ganz klassisch, mit einer Anforderungserhebung begonnen, um danach detailliert die Auswahl des für uns passenden Systems zu treffen. Als mittelständisches Unternehmen war es uns dabei wichtig ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis zu erhalten. Mit dem Wissen aus der Anforderungserhebung ging es anschließend in die agile Entwicklung. Im März 2019 folgte der Livegang der ersten Version des Systems auf Basis von Shopware 5. Seitdem bauen wir unsere E-Commerce-Landschaft weiter aus und optimieren diese stetig.

2. Welche Effekte auf Eure Vertriebskanäle sind im Kontext der Corona-Krise spürbar?

Sicherheit ist das Stichwort: Durch das neue skalierbare Standbein der MTS Gruppe konnten wir relativ flexibel den Umsatzverlust im stationären Handel durch die gestiegene Online-Nachfrage auffangen. Natürlich gab und gibt es noch Hürden – beispielsweise hat uns der Anstieg der Kundennachfragen im After-Sales auf die Probe gestellt. Die Organisation umzustellen bedarf Zeit, diese hat uns Corona nicht wirklich gelassen.

3. Hat die Corona-Krise die Digitalisierung in Eurem Unternehmen beschleunigt? Inwiefern?

Krisen machen den Change einfacher: Sie bewegen Menschen aus der Komfortzone und lassen sie offener für neue Wege und Veränderungen werden. Gerade in einem etablierten Unternehmen wie der MTS Gruppe schweißen Krisen zusammen und der Fokus der Mitarbeiter lässt sich leichter auf das „Neue“ richten. Die Digitalisierung hat durch die Krise noch mehr an Bedeutung gewonnen. Nicht nur intern wurde der Change leichter, auch das Verhalten der Kunden hat sich nachhaltig verändert. Insofern kann nur der überleben, der sich agil und mit vertrauten Partnern neuen Herausforderungen stellt und die nötigen Vorbereitungen getroffen hat beziehungsweise trifft.

„Krisen machen den Change einfacher. Sie bewegen Menschen aus der Komfortzone und lassen sie offener für neue Dinge werden.“

4. FISCHER ist eine Marke der MTS Gruppe für E-Bikes, E-Scooter und Zubehör. Bisher wurden diese Produkte primär über den stationären Handel vertrieben. Inwiefern kommt Euch jetzt zugute, dass ihr frühzeitig auch digitale Absatzkanäle etabliert habt?

Prinzipiell gibt es kein „stationär“ im klassischen Sinn mehr. Unsere Kunden haben sich zu Hybriden entwickelt. Fast jeder unserer stationären Kunden hat bereits einen Onlineshop, eine Homepage oder ist auf einer Plattform vertreten. Eine wirkliche Trennung von off- und online ist also nicht mehr gegeben. Jeder unserer B2B-Kunden weiß, dass selbst im Baumarkt die Endkunden Preise online am Handy vergleichen oder sich zumindest vorher über Produkte informiert haben. Hier sind beispielsweise neue Geschäftsmodelle, wie das Dropshipping, entstanden, welches nun einen Großteil unseres E-Commerce-Systems ausmacht. Insofern war eine Digitalisierung der Absatzkanäle unumgänglich und in 2018 / 2019 der einzig richtige Schritt.

5. Bei allen Negativ-Schlagzeilen: Welche positiven Effekte hat die Corona-Krise auf Euer Unternehmen, auf die Marke FISCHER und was können andere Unternehmen daraus lernen?

Die Corona-Krise hat den Alltag, wie wir ihn kennen, in den letzten Wochen komplett auf den Kopf gestellt. Die Menschen machen in solchen Zeiten mehr Urlaub regional, oder bleiben ganz zu Hause und verlagern ihre Freizeitaktivitäten nach draußen – davon profitieren wir aktuell natürlich mit unseren breiten und krisensicheren Sortimenten (Autopflege, Autozubehör, Fahrräder, Fahrradzubehör und Elektroinstallationsmaterial). Das spielt uns natürlich ein bisschen in die Karten. Ich bin aber unabhängig davon der festen Überzeugung: Vorbereitung ist alles! Wer seinen Markt, seine Kunden und Endkunden kennt und nicht in festen Strukturen denkt, kann mit der richtigen Vorbereitung nur als Gewinner vom Platz gehen. Das wichtigste für Unternehmen ist es, den Change anzustoßen, wenn es dem Unternehmen gut geht. Nicht erst in der Krise, da ist es meist schon zu spät.

Es war im Jahr 2018 eine Menge Überzeugungsarbeit notwendig, damit wir nun in dieser „Komfort“-Position gelandet sind. Es muss ein Mindset mit Mut zur Veränderung vorherrschen (sowohl im Management als auch bei den Mitarbeitern), um sich agil neuen Herausforderungen stellen zu können.

Final ist nur noch zu sagen: Bitte nicht in Aktionismus verfallen! Dieser ist meist der Tod jeglicher Digitalisierung, da daraus mehr Ängste entstehen als alles andere. Eine gute Fehlerkultur kann und sollte dies zwar auffangen, jedoch sind die wenigsten Unternehmen soweit eine solche zu haben.

6. Wie geht es mit der MTS Gruppe und der UDG United Digital Group weiter? Welche digitalen Projekte stehen in der Pipeline?

Unsere digitale Vision lautet „Dem Kunden einen Schritt voraus“. Dies bedeutet wir wollen unseren Bestandskunden, also dem Handel, immer die Möglichkeit bieten, mit unseren Produkten am Markt auf Augenhöhe mitspielen zu können. Aber auch dem Endkunden möchten wir näher sein und ihm ein Erlebnis bieten, was er von anderen großen Unternehmen gewohnt ist. Insofern stehen nun bei uns After-Sales-Themen auf der Agenda, wie beispielsweise ein Ersatzteilshop für unsere Servicepartner, Fachhändler und Endkunden oder eine bessere Einbindung von Kundeninteraktionen, zum Beispiel durch Bewertungen, eine Verbesserung der Usability, der Suchfunktion und für Produktanfragen. Aber auch das Angebot von Online-Beratungs-Services spielen künftig eine große Rolle.

 

Über den Ansprechpartner:

Moritz Förster

Leiter strategische Prozess- und Geschäftsentwicklung

Moritz Förster ist seit September 2017 bei der MTS Gruppe und verantwortet den Bereich strategische Prozess- und Geschäftsentwicklung. Sein Kernthema ist dabei die Digitalisierung – vom E-Commerce, Cross Channel Commerce über New Work bis hin zu neuen Geschäftsmodellen und der Prozessautomatisierung.

 

Über die MTS Gruppe

Die MTS MarkenTechnikService GmbH & Co. KG betreibt erfolgreich die internationale Herstellung, den Handel und den Vertrieb von über 20.000 Produkten: Autopflege und Autozubehör, E-Bikes und Fahrradzubehör sowie Elektroinstallationsmaterial. Hinzu kommen landesspezifische Sortimente wie Arbeitskleidung, Werkzeuge oder Lüftungstechnik. Um ihr Sortiment abzurunden, vertreibt die Gruppe neben den eigenen starken Marken ein breites Spektrum an Produkten führender Hersteller. Mit führender Marktposition in der DACH-Region und internationaler Präsenz mit Hauptsitz in Deutschland und Tochtergesellschaften in der Schweiz, Österreich, Polen und Hongkong, verfügt die Unternehmensgruppe über ein starkes internationales Netzwerk aus Herstellern und Lieferanten.

 

 

Frank Sauer

Über den Autor

Frank Sauer
Teamlead Solution Consulting

Frank Sauer ist Teamlead Solution Consulting bei UDG United Digital Group und Experte für E-Commerce Lösungen. Vor seiner Zeit bei UDG war er in Beratungs- und Projektleitungsfunktionen in Industrieunternehmen und Agenturen tätig.