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Die vier größten Fehler bei SEO für Baidu

Hongkong bei Nacht

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Finger weg von Blackhat

Immer mehr westliche Firmen optimieren ihre Seiten für die chinesische Suchmaschine Baidu. Doch nicht jede Möglichkeit ist auch eine gute Idee. Welche Fehler Unternehmen vermeiden sollten:

 1. Blackhat-SEO

Die großen Player (darunter auch Baidu selbst) dominieren die Top Ten. Chinesische SEO-Dienstleister, die es wie Sand am Meer gibt, scheinen die letzte Hoffnung. Doch hier ist Vorsicht geboten: Viele schwarze Schafe wittern das große Geld und bieten Blackhat-SEO-Techniken an, mit denen bei Baidu oft noch gute Rankings erzielt werden können. Doch die zu befürchtenden Langzeitschäden für die Website sind vorprogrammiert. Baidu wird vergleichsweise schneller auch auf neue AI-Techniken zurückgreifen können, um seine Algorithmen zukünftig dynamischer und spamfreier zu gestalten. Gemäß den Regeln optimierte Websites werden dann langfristig gewinnen.

 Zu diesen Techniken zählen zum Beispiel versteckte Texte, die via Javascript „unsichtbar“ gemacht werden, exzessiver (und oft minderwertiger) Linkaufbau und Keyword-Stuffing. Vielfach heute noch zu passablen oder guten Ergebnissen führend, können solcherart Methoden schon in wenigen Monaten zu Abstrafungen führen.

2. Falscher Keywordfokus

Unternehmen sollten sich nicht zu sehr auf allgemeine Hauptkeywords konzentrieren, da diese oft von Baidu selbst und anderen sehr starken Websites dominiert werden, und die hinteren Top-Ten-Positionierungen selten zu vielen Besuchern führen. Stattdessen sollte im Baidu-SEO gezielt für Mid- und Longtail-Keywords optimiert werden. Die schiere Masse an Internetusern in China bewirkt, dass gute Rankings für vermeintliche Longtail-Keywords immer noch zufriedenstellende Besucherzahlen ermöglichen.

3. Übersetzung statt Lokalisierung

Ein ebenfalls weit verbreiteter Fehler ist die Übersetzung der englischen oder deutschen Website in die chinesische Sprache. Warum ist das ein Fehler? Der chinesische Markt tickt anders. Eine reine Übersetzung der existierenden Inhalte kann der anderen Kultur und den anderen Suchgewohnheiten oft nicht gerecht werden. Der bessere Weg ist, es die Markenwerte und -botschaften für den chinesischen Markt neu zu erfinden und von Muttersprachlern, die außerdem im chinesischen Alltag zuhause sind (also in China leben) konzipieren und formulieren zu lassen. Die so entstehenden Inhalte haben bessere Chancen, die erwünschten Reaktionen (beim User und der Suchmaschine) zu erzielen.

4. Der falsche Blickwinkel

Was bei den Inhalten beginnt, macht oft vor der Technik nicht halt: der externe Blick aus dem Westen auf die eigene chinesische Website, statt diese aus der Perspektive der Nutzer in China zu betrachten:

  • Eine in Europa schnelle Website kann in China unerwartet langsam sein. Die Serverentfernung aber auch die „Great Chinese Firewall“ (von der chinesischen Regierung installierte Schutzvorrichtung gegen gefährdende Inhalte) können die Websitenutzung von außerhalb Chinas gehosteten Websites stark beeinträchtigen.
  • Die Implementierung von „Facebook-“ oder „Google-Login“ mag im Westen gut funktionieren und Reichweite garantieren, in China sind diese Dienste aber nicht zugänglich und wirken sich daher negativ auf die Akzeptanz und den Erfolg der Website aus.
  • Funktionen, Inhalte in den bekannten sozialen Medien zu teilen, laden gegebenenfalls unvollständig oder nicht, können aber in jedem Fall von normalen Internetusern in China nicht genutzt werden. Ersteres kann sich technisch negativ auf das Ranking auswirken, letzteres passiv durch Nichtakzeptanz der User (und damit hohen Bouncerates und sinkenden Click-Through-Rates in den Suchergebnissen).

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Marcus Pentzek

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