Veranstaltungsbericht vom 12. Mai 2022

Sitecore Usergroup Deutschland e.V. - Meetup im Werkhof in Hannover

MVP Gerhart Magdas bei der SUGDE

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Sitecore Usergroup Deutschland e. V. (SUGDE) - Bericht zum Mitgliedertreffen am 12. Mai 2022, Werkhof Hannover

Am 12. Mai traf sich die deutsche Sitecore Usergroup zum ersten persönlichen Treffen 2022 im Werkhof in Hannover. Aus ganz Deutschland waren ca. 20 Entwickler:innen und Expert:innen anwesend.

Auch internationale Gäste waren mit von der Partie, unter anderem der Sitecore Community Manager Tamas Varga (Ungarn) und unser Mitarbeiter und MVP Gerhart Magdas (Rumänien). Tamas reist in diesen Tagen durch alle europäischen Usergroups, um die diesjährigen MVP Ehrungen vorzunehmen.

Nach den Ehrungen folgten die verschiedenen Vorträge.

V.l.n.r.: Tamas Varga mit den MVPs aus dem DACH-Raum: Dirk Schäfauer, Anna Bründel und Mark Cassidy (Schweiz).
Anna Bründel und Christian Hahn während ihres Vortrags zum Thema Decompose the Composable – Entering the new Sitecore universe.

Decompose the Composable – Entering the new Sitecore universe

„Composable DXP“ bezeichnet die konsequente Weiterentwicklung von Sitecore hin zu einer Suite aus headless-Systemen, die untereinander gekoppelt sind und über API miteinander kommunizieren. Die Flexibilität, die Systeme zu „komponieren“, gibt dem Ganzen seinen Namen. Anna Bründel und Christian Hahn haben eine solche Komposition als Blaupause gebaut und in ihrem Vortrag „auseinander genommen“, um aufzuzeigen, wie die einzelnen Module zusammenspielen.

Der „Sitecore Content Hub“ dient hierbei als Basis für die Inhalte, die mit Hilfe einer „Custom Middleware“ gesynct und anschließend – ebenfalls per Synchronisation – in eine weitere Instanz, der  „Sitecore Ordercloud“, übertragen werden. Das Modul „Sitecore Experience Edge“ wiederum liefert die Inhalte für die Website ans Frontend aus, das zum einen als NextJS-Website und zum anderen als native Mobile App zur Verfügung steht.

User-Interaktionen werden dabei an die einzelnen Systeme zurückgespielt, was die Referent:innen anhand ausgesuchter Use Cases im Detail demonstrierten, beispielsweise einer Bestellung. Sind bei bestimmten Aktionen mehrere Systeme beteiligt, lösen diese via Webhooks gegen die Middleware die dafür erforderlichen Schritte aus. Dadurch können auch Drittsysteme angeschlossen werden.

So triggert beispielsweise eine Newsletter-Bestellung über die Marketing Automation den Mailversand via „Sitecore Send“ – inklusive DOI-Workflow mit unterschiedlichen Aktionen, je nachdem, ob Interessent:innen anschließend bestätigen oder nicht. Im Bestätigungsfalle wird ein Profil in der „Sitecore CDP“ (Customer Data Platform) angelegt. Auch Aktionen wie ein Gutschein für die erste Shop-Bestellung sind auf diese Weise möglich.

Weitere vorgestellte Use Cases waren z.B. eine personalisierte Startseite anhand des vergangenen Klickverhaltens und (bei vorhandenem Account) eine altersgemäße Begrüßung, sowie Produktempfehlungen basierend auf dem lokalen Wetter. Ebenso zeigten sie die Kopplung der Personalisierung mit dem Bestellprozess, z.B. für unterschiedliche Gutscheine anhand der Bestellsumme.

All dies stellt die „Composable DXP“ von Sitecore ohne Entwicklungsaufwand bereit, also rein per Konfiguration. Der einzige Entwicklungsaufwand bestand in der Umsetzung einer alternativen API, die dafür sorgt, dass die „JSON Responses“ des „Sitecore Content Hubs“ so weit wie möglich zu Einer kumuliert werden, um Performancegewinne zu erzielen, sowie in der Erstellung der Middleware.

Journey from XP to XMCloud in a real project

Sebastian Winter zum Thema Journey frpm XP to XMCloud in a real project.

Sebastian Winter gab in seinem Vortrag einen Einblick in das Pre-Release der “Sitecore XMCloud”, einer neuen SaaS-Lösung von Sitecore, die schon eine ganze Weile in Vorbereitung ist (Fully managed Self Service Deployment Cloud).

Diese besteht aus einem hybriden CMS mit headless-Architektur in der Cloud (headless CMS, headless SXA und Experience Edge). Software-entwicklungstechnisch ist sie quasi ein Branch vom XM. Es sind zwei getrennte Produkte, die beide weiterentwickelt werden. Sie sind vom Start weg nutzbar. Lediglich das Frontend bzw. den Rendering Host, der via GraphQL auf den Content zugreift, muss selbst umgesetzt werden. Dies wurde bewusst so gewählt, da man dadurch komplette Flexibilität im Frontend erreicht, unabhängig vom Backend.

Alle „Build & Deploy“ funktionieren via administrativer Benutzeroberflächen wie „Admin UI“ oder per CLI. Man benötigt einen Organisations-Account in der Cloud, innerhalb dessen man Projekt und Umgebungen anlegt. Für die lokale Entwicklung wird dann ein Paket aus fünf Docker-Containern zur Verfügung gestellt. Weitere Details hat Andy Cohen in seinem Vortrag auf der SUGCON im März dieses Jahres in Budapest veröffentlicht. Die Aufzeichnung ist auf YouTube zu finden. Darüber hinaus wurde eine „Getting started“-Anleitung in Aussicht gestellt, die ebenfalls auf YouTube veröffentlicht werden wird.

Als erstes Projekt und „proof of concept“ ist geplant im August 2022 die Website der Sitecore Usergroup Australien/Neuseeland umzusetzen.

Introduction to Sitecore Content Serialization

In seinem Vortrag stellte unser PIA UDG Mitarbeiter Gerhart Magdas die Unterschiede zwischen den bisherigen Synchronisationstools wie Unicorn auf der einen Seite, und der mit Version 10 neu eingeführten „Sitecore Content Serialization (SCS)“ auf der anderen Seite vor.

Gerhart stellte die Konfigurationen einander gegenüber und erläuterte sowohl für Unicorn als auch für SCS die verschiedenen Szenarien, Möglichkeiten und Grenzen. Besonders hervorzuheben ist, dass SCS sowohl per CLI als auch per GUI (in Visual Studio) konfiguriert werden kann. In einer sich anschließenden, regen Diskussion arbeiteten Gerhart und Marc Cassidy (er ist quasi der Erfinder von Unicorn) die jeweiligen Vorzüge gemeinsam noch schärfer heraus.

Gerhart Magdas während seinem Vortrag bei der SUGDE.
Armin Beck (links) und Dirk Schäfauer (rechts) als krönender Abschluss der Veranstaltung.

Sitecore JSS – Deep dive into implementations

Im letzten Vortrag gaben Armin Beck und Dirk Schäfauer Einblicke in ein, sich aktuell in der Umsetzung befindlichen Sitecore JSS -Projekt. Armin als Angular Experte stellte hierbei den Developer Journey eindrücklich und anhand vieler praktischer Beispiele vor. JSS unterstützt als Frontend-Frameworks Angular, VueJS, React und Next.js.

Angular lag nahe, da ihr Unternehmen eine langjährige Expertise in diesem Framework vorzuweisen hat, obwohl die JSS-Dokumentation hier eher marginal ist. Sitecore‘s Fokus liegt eindeutig auf neueren und schlankeren Frameworks, in erster Linie Next.js. Diesem Umstand war daher auch ein großer Teil der Herausforderungen, denen sie sich auf ihrem Developer Journey stellen mussten, geschuldet.

Dennoch gebe es, laut den Referenten, einige allgemeingültige Punkte zu beachten, insbesondere wenn man komplexe Anforderungen bedienen und viele Drittanbieter zu inkludieren hat. Hier sei es relevant, auf wiederverwendbare Komponenten zu setzen und sich auch mal Gedanken zu machen für welchen Zweck diese Komponente möglicherweise in der Zukunft noch verwendet werden könnte. Auch gelte es Anforderungen zu hinterfragen und „einfach zu denken“, um nicht dasselbe Rad mehrmals erfinden zu müssen.

So stellt beispielsweise die „Art Direction“, also Bilder je nach Viewport in unterschiedlichen Ausschnitten und Auflösungen bereit zu stellen, für jedes CMS-Projekt eine Herausforderung dar. Sollen die Redakteur:innen tatsächlich jedes Bild in sechs Varianten pflegen müssen? Die aktuelle Lösung sieht nun zwar tatsächlich sechs Felder vor, in der Praxis aber genügt es eines zu befüllen, sodass sich die Redakteur:innen in Sachen „Art Direction“ auf die wenigen, ihnen wichtigen Bereiche fokussieren können.

Für manche Module bietet es sich zudem an, sie gemeinsam mit dem Kunden iterativ zu entwickeln, damit sich einfacher herauskristallisiert, welche Anforderung tatsächlich gebraucht wird, welche verworfen werden kann, und welche man zuvor vielleicht noch gar nicht bedacht hat ­– eine Vorgehensweise, die auch PIA UDG Kund:innen nicht fremd sein dürfte.

Wieder einmal durften wir eine spannende und informative SUGDE-Veranstaltung miterleben und als PIA UDG sogar mitgestalten. Vielen Dank an alle Organisatoren dieses besonderen Events und wir freuen uns schon heute auf das nächste SUDGE Mitgliedertreffen!

Sitecore Usergroup Deutschland e.V. (SUGDE)

Über die Sitecore Usergroup Deutschland e.V. (SUDGE)

Die Sitecore Usergroup Deutschland, verfolgt das Ziel, Mehrwerte für Partner und Nutzer von Sitecore Produkten zu schaffen. Hierbei ist einer der Kern-Aspekte das Bilden von Synergien – daher besteht die Usergroup aus Entwicklern, Anwendern und Kunden – egal ob Endkunde, Partner oder Hersteller. Der Austausch von Projekterfahrungen gibt auch Sitecore-Kunden hilfreiche Tipps zu Implementierungsstrategien und Dos and Don’ts.

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PIA UDG ist Sitecore Gold Partner

PIA UDG pflegt seit 2015 eine enge Partnerschaft zu Sitecore. Das Sitecore Solution Portfolio stellt auch seitdem eine unserer strategischen Kerntechnologien dar. Dadurch können wir unsere Services nachhaltig über die gesamte Wertschöpfungskette auf Basis der Sitecore DXP anbieten.

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PIA UDG ist Sitecore Solution Gold Partner
Stefan Buchali

Über den Autor:in

Stefan Buchali

Als Director Software Development bei der PIA UDG verantwortet Stefan Buchali Konzeption, Entwicklung, Rollout und laufende Betreuung internationaler CMS-Großprojekte. Zu einer der Gründungsagenturen der PIA UDG kam der Diplom-Ingenieur (FH) für Audiovisuelle Medien bereits im Jahr 2000 als Web-Entwickler.