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Snapchat ist tot – es lebe Snapchat?

Snapchat ist tot, es lebe Snapchat - Warum Facebook mit Instagram Stories gerade die Nase vorne hat.

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Warum Facebook mit Instagram Stories gerade die Nase vorne hat

Die Aufregung war groß, als im letzten Jahr Snapchat auch in Deutschland den Durchbruch schaffte – ein neuer Star am Social-Media-Himmel schien geboren. Vor allem dank zahlreicher Influencer wie Bonnie Strange und anderen Promis sowie der Möglichkeit, sich über kreative Filter auszudrücken, bekam Snapchat endlich den Stellenwert, den es für viele Experten längst verdient hatte.

Doch es im Februar 2017 scheint so, als wäre davon nur wenig übrig geblieben. Mit Mark Zuckerbergs Frontalangriff auf Snapchat wurden über die vergangenen Monate fast alle Funktionen der App kopiert und in Instagram oder den Facebook-Messenger integriert. Das mag für den einen oder anderen dreist klingen, ist aber ein strategisch genialer Schachzug, um Nutzer abzuwerben. Und ist natürlich aus der persönlichen Fehde heraus geboren, dass Zuckerberg seit Jahren vergeblich versucht, Snapchat zu übernehmen.

Und es scheint, als würde der Plan aufgehen: Zuckerbergs aggressive Strategie macht Snapchat zu schaffen. Sei es der Launch von Instagram Stories, die Ankündigung von Facebook Stories oder zuletzt die Integration von WhatsApp Status. Laut diverser Berichte stagniert das Wachstum von Snapchat, während Instagram Stories weiter zulegt.
Auch die Nutzerbasis erfolgreicher Influencer scheint zu schwinden: Viele sind laut Branchenexperten in den letzten Monaten abgewandert und finden sich mit ähnlichen oder sogar identischen Inhalten auf Instagram Stories wieder. Und es werden immer mehr.

Für die Zukunft sind drei Szenarien möglich:

  1. Snapchat bleibt ein Nischenprodukt: Unternehmen halten sich zurück, als Brand auf Snapchat aktiv zu werden und streben eher dorthin, wo Reichweite und Engagement sind. Instagram besitzt eine massive Reichweite und deshalb enormes Werbepotential. Siehe auch die Zalando Ads in den Stories.

  2. Snapchat entwickelt sich erfolgreich weiter: Dazu zählt neben einer Vereinfachung der Plattform auch das Hinzufügen neuer Funktionen, die sich von Instagram differenzieren. So ist es bis heute noch nicht möglich, auf externe Webseiten zu verlinken. Mit Spectacles oder auch auf lokaler Ebene durch personalisierter Filter für Testimonials hat Snapchat hier einige vielversprechende Ansätze gezeigt.

  3. Snapchat ergibt sich: Facebook kauft Snapchat und integriert den Dienst in Instagram.

Für Marken ist Snapchat nach wie vor eine kreative Spielwiese, die sich in den letzten Monaten durch das Anbieten zahlreicher Anzeigen- und Sponsoringformate immer mehr zur Werbeplattform entwickelt hat. Allerdings hauptsächlich in den USA, so dass der große Durchbruch hierzulande noch aussteht. Dagegen kann Instagram bereits auf eine riesige Userbase setzen und bietet Unternehmen eine perfekte Advertising-Infrastruktur. Mit einer aggressiven Strategie durch das kontinuierliche Launchen diverser “Snapchat”-Funktionen, gerät Snapchat aktuell unter Druck. Tendenz: Instagram hat gerade die Nase vorn.

Tim Gerbrecht

Über den Autor

Tim Gerbrecht

Mit Social Media als Marketinginstrument beschäftigt sich Tim Gerbrecht schon seit seiner Zeit an der Universität. Als Teamlead Social Content der UDG United Digital Group liegt sein Fokus auf der innovativen und kreativen Umsetzung von Content im Social Web.