User Experience

Sieben Tipps für eine bessere Usability

Laptop mit Händen

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Schnell, mobil und offen für alle

Gute Usability führt zu einem angenehmen Nutzererlebnis und ist damit entscheidend für den Erfolg einer Webseite – und manchmal auch für den des Unternehmens. Denn wenn der Nutzer einen Shop genervt verlässt, weil die Seite zu langsam lädt, mobil schlecht zu bedienen ist oder die gewünschten Inhalte nicht zu finden sind, geht Umsatz verloren. Diese sieben Kriterien legen die Basis für mehr Nutzerfreundlichkeit.

1. Zielgruppengerechte Konzeption

Der Kunde steht im Zentrum: Ihm soll das Angebot gefallen, seine Wünsche und Erwartungen erfüllen. Unternehmen sollten deshalb ihre Webseite oder Anwendung aus der Perspektive des Nutzers betrachten. Dazu ist es notwendig, grundsätzliche Fragen zu klären: Wer sind meine User? Was suchen und erwarten sie? Wie und wo nutzen sie mein digitales Angebot? Eine gute Ausgangsbasis für die zielgruppengerechte Konzeption kann über den Einsatz von Personas, also typischen Nutzern, sowie über User Storys geschaffen werden.

2. Kurze Ladezeiten

Drei Sekunden. Mehr Zeit gibt die Mehrheit der Internetnutzer einem Online-Shop nicht, um die eigenen Angebote zu laden. Fast zwei Drittel der User weltweit verlassen einer Studie des Technologieanbieters Dyn zufolge eine Webseite, wenn diese nicht innerhalb von drei Sekunden steht; 85 Prozent sagen, die Ladezeit beeinflusst ihr Vertrauen in das Unternehmen.

Dass viele Geräte inzwischen mobil genutzt werden, verschärft die Bedeutung der Geschwindigkeit noch. Denn unterwegs haben die User nicht immer gute Internetverbindungen. Doch lange Ladenzeiten nerven nicht nur, sie können auch die Usability von Websites einschränken. Durch zu große Datenmengen bei schwacher Internetverbindung kann es passieren, dass der Nutzer kein oder zu langsames Feedback auf eine Aktion erhält. Die Ladezeit ist deshalb ein essenzieller Faktor guter Usability und wird oft unterschätzt.

3. Intuitive Navigation und intelligente Suche

Eine leicht verständliche, klare, intuitiv bedienbare und vorhersehbare Informationsarchitektur ist ein Muss – Überraschungen sind bei der Menüführung unerwünscht. Der User soll sich schnell und mühelos orientieren können. Erkennbare, gut strukturierte Menüs mit aussagekräftigen Keywords und eine flache Seitenhierarchie führen effektiv zum Ziel.

Da Suchmaschinen wie Google das digitale Leben prägen, werden intelligente, moderne Suchfunktionen auf Websites immer wichtiger und ersetzen für manchen User gar die klassische Navigation.

4. Relevante Inhalte

Benutzerfreundlicher Content besteht aus direkt zugänglichen, professionell aufbereiteten Inhalten, die zielgruppengerecht und verständlich verfasst sind. Dabei umfasst Content neben dem Text auch sinnvoll verknüpfte Bilder, Audio- und Video-Inhalte. Wenige, veraltete und uninteressante Informationen, die großartig präsentiert sind, sind genauso kontraproduktiv wie viele, neue und interessante Informationen in unattraktiver Aufmachung.

Inhalte sollen deshalb relevant, aufeinander abgestimmt, zielgerichtet kommuniziert, gut präsentiert und positioniert sein, damit sie effektiv zu einem Dialog mit dem User führen.

5. Ansprechendes Design

Die Optik zählt. Das gilt auch für Webseiten und Anwendungen. Das Erscheinungsbild soll den User ansprechen und ihm das Gefühl geben, hier richtig zu sein, sein Ziel erreichen oder ein Problem lösen zu können. Dabei schafft gutes, konsistentes Design Wiedererkennung und ist eine Orientierungshilfe über alle Viewports hinweg. Zudem sollte es abgestimmt auf Inhalte, Produkte und Marke sein, um Glaubwürdigkeit zu vermitteln, Vertrauen zu schaffen, Begeisterung zu wecken. Starke Kontraste, Zoomfunktionen und der bedachte Einsatz von Farben erhöhen die Lesbarkeit.

6. Optimierung für Mobilgeräte

Der Anteil der Nutzer von mobilen Endgeräten steigt kontinuierlich. Beflügelt wird der andauernde Trend durch leistungsfähigere und vielfältigere Endgeräte und bessere Übertragungsraten. Neben den bereits weit verbreiteten Desktop-PCs, Tablets und Smartphones erweitern Smartwatches und Smart-TVs das Angebot. Damit gehen nicht nur neue Anforderungen an die Darstellungsgröße und das Layout der Inhalte einher, sondern auch die unterschiedlichen Eingabemethoden auf diesen Geräten müssen beachtet werden.

7. Offenheit für alle

Geräteübergreifende Benutzerfreundlichkeit lässt sich durch responsive Webdesign erzielen, das Inhalte auf allen Endgeräten optimal darstellt. Doch nicht nur die unterschiedlichen Anforderungen von Desktops und Mobilgeräten, auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer müssen berücksichtigt werden. Das gelingt mit einer barrierefreien Gestaltung – schließlich soll das Angebot allen Menschen offen stehen. Richtlinien zur Umsetzung der Barrierefreiheit wurden durch die WAI (Web Accessibility Initiative) definiert und gelten als Standard, eine modernere Version wurde 2008 in den „Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0“ aufgesetzt. Sie legen fest, dass der Content wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein soll. Von dieser Basis sind genaue Richtlinien, Erfolgskriterien und Techniken abgeleitet.

Jörg Heidrich

Über den Autor

Jörg Heidrich
Executive Director UX