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Content Groups – ein lang herbei­gesehntes Feature

ein Arbeitsplatz bei der UDG

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Vor ein paar Wochen hat Google das lang ersehnte Content Groups Feature freigeschalten. Angekündigt wurden Content Groups schon vor vielen Monaten, bis zu Freischaltung für jedermann hat es nun aber noch lange gedauert. Zur Demonstration des Features betrachten wir den Onlineshop kunstform?! BMX Shop.

Was sind Content Groups?

Mit Content Groups ist es möglich, Inhalte der Webseite zu bis zu 5 unterschiedlichen logischen Gruppen zusammenzuführen. Klassische Beispiele dazu sind Geschäftsbereiche, Kategorien oder Sprachen. In unserem Beispielshop haben wir folgende Content Groups definiert:

  • Language: Gruppiert den Content nach der jeweiligen Sprache

  • Department: Gruppiert die einzelnen Bereiche auf der Seite (z.B. BMX-Flatland, BMX-Street, Fixed, Gear, etc.)

  • Category: Gruppiert die einzelnen Kategorien sprachunabhängig (z.B. BMX-Bikes, BMX Parts, etc.)

Sessions (Besuche) auf Bereichsebene mit Content Groups möglich!

Bisher konnten wir ohne Workarounds nicht sagen, bei wievielen Besuchen zum Beispiel die deutsche Sprachversion ausgewählt war. Problem ist nämlich, dass Nutzer bei einem Besuch beide Sprachversionen anschauen können. Content Groups ermöglicht es uns nun genau zu sehen, wieviele Besucher in den einzelnen Seitengruppen (DE oder EN) waren, unabhängig davon, ob sie gewechselt haben oder nicht. Dazu gibt es die neue Metrik Eindeutige Aufrufe.

Die Metrik Eindeutige Aufrufe für eine bestimmte Content Group gibt die Anzahl der Sitzungen an, in denen eine Seite in dieser Gruppe einmal oder mehrmals aufgerufen wurde. Nicht enthalten in diesem Messwert sind mehrfache Aufrufe von Seiten in derselben Gruppe innerhalb einer einzelnen Sitzung.

Ein Beispiel: Wenn ein Besucher eine bestimmte Seite Ihrer Website aufruft und im Verlauf derselben Sitzung zehnmal wieder zu dieser Seite zurückkehrt, werden dafür zehn Seitenaufrufe, aber nur ein Eindeutiger Aufruf gezählt.

Wie werden Content-Groups implementiert?

Es gibt aktuell drei Möglichkeiten, Content Groups einzusetzen. Alle Optionen finden Sie in Google Analytics in der Verwaltung auf der Ebene Datenansicht unter dem Menüpunkt Gruppierung nach Content.

1. Implementierung im Google Analytics Tracking-Code

Die Information über die Seitengruppe wird direkt in den Google Analytics Code implementiert. Damit können auch Merkmale eingeführt werden, die nicht in der URL der Website enthalten sind. Dazu muss der Google Analytics Tracking Code um folgende Zeilen erweitert werden:

Tracking-Code für klassisches Analytics (ga.js):
_gaq.push(['_setPageGroup', 5, 'My Group Name']);

Tracking-Code für Universal Analytics (analytics.js):
ga('set', 'contentGroup5', 'My Group Name');

Im Google Tag Manager können die Seitengruppen ebenfalls einfach angelegt werden. Nutzen Sie dazu die Felder im Bereich Erweiterte Einstellungen » Content-Gruppen. Hier empfiehlt sich die Übergabe des Wertes für die Content-Gruppe via DataLayer, im Beispiel über die DataLayer-Variable pageLanguage.

2. Content-Group via Extraktion

Bei der Extraktion wird mithilfe von Regulären Ausdrücken Bestandteile der Seiten-URL, des Seitentitels oder des Bildschrimnamens (bei Apps) extrahiert.Für unser Beispiel wäre die Extraktionsregel für die Sprache z.B. so:

URL: /de/flick-trix-fit-display-case-fingerbike-p-2281
regulärer Ausdruck: ^/([^/]*)/

Dadurch würde unsere Content Gruppe automatisch mit “de” oder “en” befüllt werden.

Wichtig: Das funktioniert natürlich nur bei sehr aufgeräumten und einheitlichen URL-Strukturen.

3. Content-Group via Regeldefinition

Beim Aufsetzen von Content-Groups via Regeldefinition ist mehr Handarbeit notwendig. Wir definieren anhand von Regeln die Seiten, die zu einer bestimmten Seitengruppe gehören. Für unser Sprachbeispiel ist das noch recht übersichtlich. Allerdings würde das bei mehr Seitengruppen (z.B. Kategorien) schnell zur Si­sy­phus­ar­beit werden, da für jede Kategorie mindestens eine Regel definiert werden muss.

Fazit zum Content Groups Setup

Bei sauberen URL-Strukturen ist die Extraktion über reguläre Ausdrücke zu empfehlen.
Eine Zusammenfassung aud Basis von Regeln eignet sich vor allem zur Gruppierung von wenigen Seiten, die mit der Extraktions-Methode nicht erfasst werden können. Beispielsweise könnte ein kleines Set an AdWords Landingpages gruppiert werden, damit schnelle Vergleiche möglich werden.
Wer ohnehin bei der Neuaufsetzung ist, dem empfehlen wir die Implementierung des Content Groups im Trackingcode, idealerweise direkt im Google Tag Manager. Zu beachten ist hier allerdings, dass der Implementierung über den Tracking Code IMMER Vorzug gegeben wird. Eine nachträgliche Konfiguration über das Interface hat hier KEINE Auswirkungen.

Content-Groups im Google Analytics Interface

In den Standard Berichten zeigen sich Content-Groups erst nach der Implementierung. So findet man im Seitenreporting ein neues Dropdown bei der Auswahl der primären Dimension.

Hier kann man durch Auswahl schnell zwischen den einzelnen Seitengruppen wechseln. Ein sehr schönes Feature ist der Drilldown. Klickt man nämlich auf eine Seitengruppe, so öffnet sich ein Reporting mit allen Unterseiten, die dieser Content Gruppe angehören.

Ausblick: Content Groups als nützliches Feature

Content Groups sind ein nützliches Feature und beantworten u.a. auf übersichtliche Art und Weise, wie hoch die Anzahl der Besuche in den verschiedenen Bereichen einer Website ist. In Zukunft wird es wohl auch möglich sein, Datenansichten direkt nach Content-Gruppen zu filtern. In Verbindung mit dem Google Tag Manager sind Content Groups somit ein mächtiges Werkzeug, um die Reportings aussagekräftiger zu machen.

Gerade bei großen Seiten wären jedoch mehr als fünf unterschiedliche Content Groups zur Konfiguration nützlich. Zusätzlich wäre es sinnvoll, eine Priorisierung bei gleichzeitiger Verwendung von Code und Regelbasierter Gruppierung einstellen zu können.

Nutzen Sie bereits Content Groups? Hatten oder haben Sie Probleme entdeckt oder fehlt Ihnen etwas dabei? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

Philipp Schneider

Über den Autor

Philipp Schneider

Als Senior Account Manager im Bereich Digital Analytics beschäftigt sich Philipp Schneider täglich mit allen Themen rund um Tracking, Reporting und Conversion-Optimierung. Ob hochkomplexe Implementierungen mit dem Google Tag Manager oder 0815-Tracking-Snippet – es gibt immer spannende Ansatzpunkte, um eine Webseite weiterzuentwickeln.