Smartwatches, Wearables und das Internet of Things

Vom Fitness-Tracker bis zum automatisierten Zuhause

Das Internet of Things (IoT) führt über neue Datenquellen zu neuen Touchpoints und Endgeräten, auf die sich die Branchen für ihre Kunden von morgen einstellen müssen. Informations- und Kommunikationstechniken erfüllen an den vernetzten Gegenständen datenverarbeitende Aufgaben. Im Hintergrund, während eingebettete Computer koordinierende Prozesse übernehmen. Dabei reicht die Bandbreite von Produkten wie Fitness-Trackern und Smartwatches über Connected Cars über vernetzte Industrieroboter und landwirtschaftlichen Maschinen bis hin zur internetfähigen „weißen Ware“ wie Backöfen oder Kühlschranke. Statistiker rechnen damit, dass es bis zum Jahr 2020 mehr als 100 Millionen vernetzte Consumer Produkte in Deutschland geben wird.

 

(Foto: AlexMaster/shutterstock.com)

Schon vernetzt? (Foto: AlexMaster/shutterstock.com)

 

Sogar bei Luxus-Artikeln ist die neue Herausforderung der neuen Touchpoints angekommen, so dass Michael Burke, CEO von Louis Vuitton, eine Smartwatch auf den Markt bringt und postuliert, dass diese nicht die mechanische Uhr ersetzen werde, sondern das Telefon.

 

Eröffnung neuer Möglichkeiten für Marketers

 

Aus den Medien sind eher Szenarien im B2C-Segment präsent. Dabei geht es hauptsächlich um Fitnessprodukte und -Tracker, die täglich sämtliche Bewegung erfassen und somit Daten und Nutzungskontexte für ein besseres Kundenverständnis und einer noch zielgerichteten Ansprache liefern. Dies eröffnet weltweit für die Marketers sehr oft völlig neue Kommunikationskanäle. So wird beim morgendlichen Lauf durch das Messen der Kilometerzahl analysiert, wann die Sportschuhe abgelaufen sind und erneuert werden müssen. Durch die regionalen Daten können interessante Orte, so genannte Points of Interest (PoI) in der Nähe im Nachgang zur Verfügung gestellt werden und anhand der Häufigkeit des Trainings werden Kunden in spezielle Segmente eingeteilt, um ihnen zum Beispiel bei häufigem Laufen längerer Strecken die Teilnahme von regionalen Marathon-Events aufzuzeigen.

 

Doch wie können Unternehmen aus der Industrie-, Finanz- oder Logistik-Branchen mit diesem Trend mitgehen, auch wenn die Zielgruppe eher B2B-lastig ist? Völlig neue Möglichkeiten stehen auch diesen Unternehmen zur Verfügung. Gerade in der Logistik werden durch das Live-Tracken der eigenen Fahrer Ad-hoc-Informationen gesammelt. Auch für Pharma- und Medizin-Konzerne sind solche Anwendungen spannend. Durch das Tracking von Herzraten erfolgt die Analyse von Köperfunktionen und die App erkennt den Gesundheitszustand oder erinnert den Patienten rechtzeitig an die Einnahme von Medikamenten.

 

Einen weiteren sehr großen Einsatzbereich sehe ich in der Industrie. Angefangen vom handfreien Arbeiten, damit Kommandos via Spracheingabe erteilt werden können. Bei Maschinen kann durch eine kontinuierliche Überwachung sichergestellt werden, wann die eingesetzten Teile erste Anzeichen von Verschleiß aufzeigen und somit Ersatzteile (automatisch) bestellt werden müssen.

 

Bei dem Connected-Car werden über Location-Based-Marketing regionale Inhalte direkt auf dem Display veröffentlicht oder auch auf die nächste zertifizierte Partner-Werkstatt hingewiesen, wenn der Öl-Stand (oder ähnliches) derzeit zu niedrig ist. In Verbindung mit den Daten kann hierbei sogar ein Abgleich der finanziellen Gegebenheiten des Kunden erstellt werden, sodass bei Unterdeckung des Kontos ein Kredit-Angebot zur Übernahme der möglichen anfallenden Kosten für eine Reparatur zur Verfügung gestellt werden kann, das im Display beauftragt wird.

 

Speicherung persönlicher Daten außerhalb der EU

 

Was gerade beschrieben wurde, klingt auf den ersten Blick vielversprechend und ist aktuell schon keine Vision mehr. Jedoch bleibt der Datenschutz bisher ungeklärt – besonders im B2C-Einsatz. Was passiert also mit Daten, die zum Beispiel innerhalb des Bewegungstrackings gespeichert werden und an den Anbieter zur Anpassung der Versicherungsbeiträge weitergegeben werden? Oft sind dies Firmen, die ihre Server außerhalb der EU stehen haben.

 

Eine andere Herausforderung stellt sich durch die immer breiter werdende Angebotsvielfalt, denn noch gibt es keinen einheitlichen Standard. Auf der einen Seite stehen Systemplattformen von Apple und Google – auf der anderen Seite die sich ständig veränderte und wachsende Anzahl von Display-Auflösungen wie zum Beispiel bei Smartwatches.

 

Technisch gesehen eröffnen sich durch die Neuentdeckung des Bluetooth-Standard weitere Möglichkeiten, da jedes Gerät mit Bluetooth verbunden werden kann.

 

Ein riesiges Segment entsteht im Bereich Home-Automation. Experten gehen davon aus, dass die Smartwatch zur Steuerung und Überwachung der IoT-Geräte dienen wird – und sogar die Haustüre öffnet.

 

Fazit

 

In Deutschland stehen wir noch am Anfang. Andere Ländern sind bereits deutlich weiter, was am Beispiel des Bestell-Buttons „Dash“ von Amazon deutlich wird. Neben den oben genannten Beispielen aus bekannten B2C-Szenarien bringen die neuen Touchpoints weitere Anwendungsfelder für Branchen, die eher erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen im Portfolio haben. Dies gilt es, in neue Ideen und Konzepte ganzheitlich zu überführen und zu verstehen.

 
 

Alexander Bobzien

Über den Autor:

Alexander Bobzien ist studierter Diplom-Designer (FH) und hat sich auf die Beratung und Akquise von Neukunden konzentriert. Bei der UDG United Digital Group berät er Unternehmen auf dem Weg durch den Digital-Dschungel und die sich ständig veränderten Rahmenbedingungen – und engagiert sich für den Ausbau der Technologie-Partnerschaften.

 

#WEARABLES #SMARTWATCH #IOT

 


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