Mobile-First Indexierung

Geräteübergreifend, Cloud-basierend und künstlich intelligent?

Die nächste große Evolution des Google-Algorithmus ist bereits angekündigt: Der Wechsel von Desktop-basierter hin zu Mobile-basierter Indexierung. Das heißt, Rankings und Ausgabe von Suchergebnissen werden deutlich stärker von der SEO-Performance der mobilen Ansicht einer Website abhängen. Google versucht so, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und auf die geänderten Nutzerbedürfnisse einzugehen.

 

Doch es steckt mehr dahinter. So bekommen Nutzer immer häufiger Suchergebnisse in Form einer hervorgehobenen Antwortbox präsentiert, die in vielen Fällen das Informationsbedürfnis perfekt abdeckt und alle weiteren Ergebnisse überflüssig macht. Statt mehreren Ergebnissen also nur noch ein einziges Ergebnis. Und das mit gutem Grund: Nicht nur liefert es dem Nutzer das beste Suchergebnis in kürzester Zeit, sondern es ermöglicht es erst, dass Google-Antworten auf unterschiedlichen Geräten konsistent ausgeben kann.

 

Zu diesen unterschiedlichen Geräten zählen neben dem PC und dem Smartphone zunehmend auch digitale Assistenten wie Google Home oder Amazon Echo. Diese stehen als schicke Box inmitten eines Raumes und tun das, wofür sie gebaut wurden: Sie geben Antworten – präzise, kurze, hilfreiche Antworten. Lange Suchergebnislisten existieren in dieser Welt nicht mehr.

 

Google Home: Lautsprecher und Assistant

Google Home: Lautsprecher und Assistant (Quelle: Google.com)

 

Und zunehmend sind diese Antworten keiner bestimmten Webseite mehr zuzuordnen, sondern kommen aus dem sogenannten Google Knowledge Graph, einem digitalen Beziehungsgeflecht, welches selbstständig dazulernt, interpretiert und sich aus den gesammelten und verfügbaren Informationen des Internets speist.

 

Cindy Krum, Gründerin der US-Agentur MobileMoxie, verdeutlicht in ihrer aktuellen Blogserie zu Mobile-First-Indexierung (Teil 1, 2 und 3 sind veröffentlicht), dass sich heute vielen der in der Google-Suche angezeigten Ressourcen keine direkten URLs mehr zuordnen lassen. Dazu gehören neben den bereits erwähnten Antwortboxen auch Rich Cards, Knowledge-Graph-Boxen, Instant-App-Inhalte, Google-Maps-Ergebnisse und bei Google gehostete Medien wie zum Beispiel Sounds von Tieren. Die Wichtigkeit einer statischen URL als feste Adresse für ein bestimmtes Stück Content tritt damit im mobilen Web in den Hintergrund.

 

Hinzu kommen Datenfeeds und Schnittstellen zum schnellen und effektiven Austausch von Informationen. Bereits jetzt stammen große Teile des Google-Indexes nicht mehr von klassischen HTML-Websites, die aufwendig gecrawlt werden müssen, sondern werden über kostenfreie und kostenpflichtige API-Schnittstellen ausgetauscht. Dazu zählen etwa News-Inhalte, Wetterinformationen und die Google-Shopping-Anzeigen. Der große Vorteil für Google: Informationen, die auf Google-eigenen Servern liegen oder per API geliefert werden, sind immer verfügbar, werden schnell geladen und können besser ausgewertet werden.

 

Es ist daher zu erwarten, dass Google die Webmaster mehr und mehr dazu bringen wird, gesamte Websites und Apps oder bestimmte Teile davon in die Google Cloud auszulagern, um diese Informationen jederzeit in der vom Nutzer gewünschten Form und aus einer relationalen Datenbankstruktur heraus ausliefern zu können. Schon heute bietet Google Erstellern von Apps an, diese in der Google Cloud zu hosten. Informationen daraus können damit auch außerhalb der App selbst, etwa durch einen digitalen Sprachassistenten, ausgegeben werden.

 

Aber auch das Auszeichnen von Inhalten mit schema.org und JSON-LD ermöglicht Google das Indexieren und Organisieren von Informationen in von einzelnen statischen URLs losgelösten Strukturen. Google und seinen Nutzern die richtigen Schnittstellen für digital verknüpfte Dienste anzubieten, wird immer wichtiger für Unternehmen und die nächsten Jahre stark an Bedeutung gewinnen.

 

Hier setzen etwa sogenannte Place Actions an, die es lokalen Geschäften wie Restaurants, Friseuren oder Yoga-Studios ermöglichen, einen Bestell- oder Reservierungsfunktion unmittelbar in der Google-Suche anzuzeigen. Zukünftig könnte eine solche Funktion damit auch von sprachbasierten Assistenten verwendet und ausgegeben werden.

 
 
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Über den Autor:

Als Senior SEO Consultant beschäftigt sich Nicolai Helling seit 2010 mit Suchmaschinenoptimierung für KMU sowie für international tätige Unternehmen. Darüber hinaus ist er Experte für Local SEO und hilft örtlichen Anbietern dabei, sich in der Welt von Google My Business, Citations und Bewertungen optimal zu positionieren.

 

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