Google Place Actions als neuer Point of Sale

Reservieren mit Google

Längst können Nutzer auf einer Google-Ergebnisseite mehr machen, als nur zehn blaue Links anzuklicken. Swipebare Rezeptkarten, ausfüllbare Buchungsmasken für Hotels, Routenplanungen, vollumfängliche Wettervorhersagen, einfache und komplexe Rechner sowie allerlei Infoboxen zu Personen, Firmen, Marken, Orten bieten mittlerweile an ganzes Sammelsurium an Interaktionsmöglichkeiten, bevor der Nutzer auch nur eine einzelne Website betreten hat. Und dank Voice Search kann das Ganze sogar bereits in einigen Fällen mit Sprachbefehlen via Smartphone, Google Home oder Android Auto gesteuert werden.

 

Das Ende der Möglichkeiten ist dabei noch lange nicht erreicht. Noch werden viele dieser Funktionen auf Basis von exklusiven Partnerschaften zwischen Google und Drittanbietern wie Hotelbuchungsportalen oder größeren News- und Content-Anbietern realisiert. Auch in anderen Diensten wie etwa Google Maps finden sich solche Arrangements, etwa dann, wenn zusätzliche Transportmöglichkeiten durch Anbieter wie mytaxi oder Uber angeboten werden. Auch bei Tischreservierungen in Restaurants und bei Bestellungen bei Lieferdiensten läuft vieles über wenige etablierte Anbieter wie BookaTable, Foodora oder Lieferando.

 

(Foto: Andrey Bayda/shutterstock)

(Foto: Andrey Bayda/shutterstock)

 

Für einzelne Unternehmen bedeutet dies in der Regel Provisionskosten und Abhängigkeiten von diesen wenigen Anbietern. Zudem gucken noch viele Branchen außerhalb der Gastronomie derzeit nur dabei zu, wie sich die Customer Journey von einer einzelnen Website auf die Google-Suchergebnisseite verschiebt und damit insbesondere auf mobilen Geräten deutlich früher ansetzt. Wie viel Potenzial darin steckt und welche Dynamik das Thema derzeit hat, zeigt das neue Google Reserve, welches am 30. März 2017 gelauncht wurde. Mit Google Reserve können Nutzer ab sofort in den USA Wellnessangebote und Fitnesskurse über eine zentrale Plattform buchen – direkt aus dem Suchergebnis heraus.

 

Google Reserve für Thermen, Sportszentren und Fitnessstudios in den USA

Google Reserve für Thermen, Sportszentren und Fitnessstudios in den USA

 

Place Actions – der direkte Draht zum transaktional orientierten Google-Nutzer

 

Um es allen lokalen Anbietern – unabhängig von einer bestimmten Branche – zukünftig einfacher zu machen, selbst diesen frühen Kontakt zum Google-Nutzer bereitzustellen, bietet Google daher sogenannten Place Actions an. Damit ist es möglich, direkte Einstiege in Bestellungen (Essen, Kochboxen, Outfits, Fotoalben, etc.), Terminvereinbarungen (für Ärzte, Ämter, Friseure, etc.) und Reservierungsvorgänge (Kinotickets, Kleidungsstücke, Mietwagen, Leihgeräte, etc.) jeglicher Art unmittelbar aus Google heraus anzubieten. Ein enormer Vorteil gegenüber Wettbewerbern und bei reibungslosem Ablauf ein schwer zu schlagender Komfort-Gewinn für bestehende und neue Kunden. Wer als Google-Nutzer schnell und unkompliziert etwas online erledigen will, wird diesen Service lieben! Allerdings befindet sich Place Actions derzeit noch in der Pilotphase, für die man sich als interessiertes Unternehmen über ein entsprechendes Formular bei Google registrieren kann.

 

Voraussichtlich werden folgende Voraussetzungen dafür nötig sein:

  1. Es muss ein verifizierter Google My Business Eintrag vorhanden sein.
  2. Die Funktion muss vollständig online-basiert auf der eigenen Website oder innerhalb der eigenen App angeboten werden.
  3. Der passende schema.org-Code für OrderAction oder ReserveAction muss auf der Website oder in der App eingebunden werden.
  4. Google My Business Eintrag und Website müssen zusammen genug Relevanz für passende Suchanfragen wie etwa „Yogastudio buchen“, „Termin in Therme XY ausmachen“ haben.

 

So sieht der Place Action schema.org-Code aus

 

Das von vielen Suchmaschinenanbietern unterstützte schema.org-Vokabular selbst sieht eine Vielzahl an möglichen Aktionen vor, die sich zusätzlich auszeichnen lassen. Google selbst akzeptiert in dieser ersten Pilotphase allerdings nur zwei davon: schema.org/OrderAction und schema.org/ReserveAction.

 

Place Action – Code-Beispiel ReserveAction:

 

Code-Beispiel ReserveAction (Quelle: Google Advertiser Community/Tim Capper)

Code-Beispiel ReserveAction (Quelle: Google Advertiser Community/Tim Capper)

 

Place Action – Code-Beispiel OrderAction:

 

Code-Beispiel OrderAction (Quelle: OnlineOwnership.com/Tim Capper)

Code-Beispiel OrderAction (Quelle: OnlineOwnership.com/Tim Capper)

 

Übrigens ist Webseitenbetreibern bereits eine dritte Action bei Google bekannt: schema.org/SearchAction wird für die Auszeichnung der internen Suchfunktion einer Website für die Google Sitelink Search Box benötigt.

 

Place Actions gehen über die Google-Websuche und einzelne Apps hinaus

 

Neben den Einstiegen über die Google-Websuche und einzelne Apps hinaus kündigt sich mit dem Google Assistant, der plattform-unabhängig auf verschiedensten Displays oder Lautsprechern funktioniert, bereits ein weiterer universeller Einstieg in PlaceActions an. Angebotene Dienste können nach Verfügbarkeit, Kategorie, Region und weiteren Aspekten gefiltert werden. Hier ist durchaus denkbar, dass sich auch lokale Anbieter wie Ärzte, Reinigungen, Ticketanbieter, Bioläden, Baumärkte mit ihrem speziellen Serviceangebot platzieren werden können.

 

Bereits jetzt schon verfügbare Online-Services im Google Assistant (Quelle: MobileMoxie/Cindy Krum)

Bereits jetzt schon verfügbare Online-Services im Google Assistant (Quelle: MobileMoxie/Cindy Krum)

 
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Über den Autor:

Als Senior SEO Consultant beschäftigt sich Nicolai Helling seit 2010 mit Suchmaschinenoptimierung für KMU sowie für international tätige Unternehmen. Darüber hinaus ist er Experte für Local SEO und hilft örtlichen Anbietern dabei, sich in der Welt von Google My Business, Citations und Bewertungen optimal zu positionieren.

 

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