UDG-Studie zur Digitalisierung der Fußball-Bundesliga

FC Bayern ist Deutscher Digitalisierungsmeister

Nach der Pleite in Barcelona ist ein Sieg in der Champions League in weite Ferne gerückt. Deutscher Meister ist der FC Bayern München jedoch und nun haben sich die Münchner zumindest schon das Double gesichert. Denn der Verein ist jetzt auch Deutscher Digitalisierungsmeister. Das hat eine Studie der UDG United Digital Group zur Digitalisierung der Bundesligavereine ergeben. Auf Platz zwei liegt Borussia Dortmund gefolgt vom Revierrivalen Schalke 04.

UDG_Infografik_Digitalisierungsmeister

Der VFL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach, derzeit Nummer zwei und drei der deutschen Fußballwelt, schaffen es digital nicht unter die besten drei. Schlusslichter sind 1899 Hoffenheim, 1. FSV Mainz 05 und der SC Paderborn 07.

 

Die Bewertung des Digitalisierungsgrads erstreckt sich über vier Kategorien: Webseite und Usability, E-Commerce, Social-Media-Engagement und Social-Media-Präsenz.

 
 

1. Website/UX

 

Im Bereich Website hat die führende Agentur für digitale Markenführung neben deren Design und deren Benutzerfreundlichkeit auch das mobile Interface, die Apps und den Newsletter-Service untersucht. Nur drei der Vereine setzen schon auf Responsive Webdesign, nämlich der FC Bayern, Borussia Dortmund und der SC Freiburg. Ebenfalls inzwischen auf dem neuesten Stand in Sachen Webdesign ist der 1. FC Köln – der Relaunch der Website fand allerdings nach der Untersuchung der UDG statt. Dafür ein herzliches Sorry nach Köln. Keinen mobilen Auftritt bieten Hoffenheim, FC Augsburg, der Hamburger SV und Bayer Leverkusen ihre Anhängern. Eine eigene App haben hingegen alle 18 Vereine.

 

Viel Potenzial gibt es auch im Bereich Newsletter. Hannover 96, Mainz 05 und Paderborn verzichten völlig darauf, über diesen Service Kontakt zu ihren Fans zu halten. Damit verpassen sie die Chance, ihre Anhänger über ihre Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten und auf diesem Weg an sich zu binden.

 

Das Ergebnis: Der FC Bayern geht mit voller Punktzahl als Sieger in diesem Teilbereich hervor.

 

2. E-Commerce

 

Für die Beurteilung der E-Commerce-Fähigkeiten eines Vereins wurden Shopdesign, (mobiles) Interface sowie die Nutzerfreundlichkeit der Waren- und Ticketbestellung analysiert. Positiv bewertet wurde das Vorhandensein eines Trikot-Konfigurators, ein intuitiver Checkout-Prozess, viele Bezahloptionen und eine Service-Hotline. Bei der Warenpräsentation punkten der FC Bayern und Hannover 96 mit großen und hochwertigen Bildern. Nachbesserungsbedarf in Sachen Benutzerfreundlichkeit haben vor allem Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund.

 

Das Ergebnis: Auch hier schneidet der FC Bayern mit 19 von 25 Punkten am besten unter den Bundesligaclubs ab.

 

3. Social-Media-Engagement

 

Im Bereich Social-Media-Engagement wurde der Kanal mit den meisten Fans – ausnahmslos Facebook – auf Aktualität, Tonalität und Interaktionsmöglichkeiten überprüft. Der Einsatz unterschiedlicher Beitragsformen wie Fotos, Videos und Links wurde dabei größtenteils positiv bewertet.

 

Die meisten Vereine haben verstanden, dass eine aktive Interaktion über die Netzwerke wichtig ist und treten dort täglich mit ihren Nutzern in Kontakt. Die Kommunikation ist allerdings meist eine Einbahnstraße, denn in der Bewertung der Reaktion auf Nutzerkommentare schneiden alle Vereine eher unterdurchschnittlich ab.

 

Das Ergebnis: Beim Social-Media-Engagement können auch andere Vereine punkten. Hannover 96 und Hertha BSC liegen mit jeweils 19 Punkten vorne, gefolgt von Werder Bremen, VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg und dem FC Augsburg mit je 18 Punkten.

 

4. Social-Media-Präsenz

 

Für die Social-Media-Präsenz hat die UDG die Präsenz von Social-Media-Profilen auf Facebook, Twitter, Instagram, Youtube und Google+ sowie die Fan- beziehungsweise Followerzahl im jeweiligen Kanal mit einbezogen. Das Ergebnis: Alle Vereine waren auf allen fünf Kanälen vertreten. Auch wenn die Zahl der Netzwerk-Fans kein Indikator für den Digitalisierungsgrad der Vereine ist, spiegelt sie doch die Bedeutung unter den Fans in der Fußball-Welt wider.

 

Deshalb hier ein kleiner internationaler Vergleich: Rund 50 Millionen Fans haben die deutschen Erstliga-Vereine auf Facebook – alle zusammen. Alleine der FC Barcelona jedoch kommt auf 82 Millionen Facebook-Follower, Real Madrid auf 81 Millionen und Premier-League-Spitzenreiter FC Chelsea immerhin noch auf 41 Millionen.

 

Das Ergebnis: Der FC Bayern München und Borussia Dortmund erreichen die volle Punktzahl.

 

Fazit:

 

Auch beim Thema Digitalisierung gibt es in der Fußball-Bundesliga eine Dreiklassengesellschaft. Alle Vereine nutzen die digitalen Kanäle. Gerade aber bei Themen wie Design, Usability, Utility, und Informationsstruktur – Punkte, die letztlich eine gute User Experience über alle Touchpoints hinweg gewährleisten sollen – gibt es massive Unterschiede. Ein modernes Responsive Web-Design (RWD) haben gerade mal 22 Prozent der Erstligisten. Auch das Thema Personalisierung scheint noch für viele ein Fremdwort zu sein – hier wird viel Potenzial verschenkt. Auf die Kommunikation via Social-Media-Kanäle setzen zwar alle Clubs, meist jedoch werden diese noch oft als reine Push-Medien und weniger als echte Dialog-Plattformen genutzt.

 

Bei der Entscheidung der Reihenfolge von Vereinen, die mit gleicher Punktzahl abgeschnitten haben, war letztlich das Kriterium der Tonalität und Emotionalität im Social-Media-Engagement – der Interaktion mit den Fans – in der Rangfolge entscheidend.


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3 Comments

  • Simon sagt:

    Hallo an die Redaktion,
    Als umsetzende Agentur der Webseite des SC Freiburgs, möchte ich darauf aufmerksam machen das im Bericht ein Fehler vorliegt:
    Zitat:
    “…Nur drei der Vereine setzen schon auf Responsive Webdesign, nämlich der FC Bayern, Borussia Dortmund und der FC Schalke..”
    Dies ist so nicht korrekt, da der SC Freiburg schon seit Anfang 2014 über eine Voll-Responsive Webseite verfügt.
    Mit besten Grüßen,
    Simon Kalienke

    • Tanja Gabler sagt:

      Vielen Dank für den Hinweis! Das war ein Versehen, das allerdings nur den Text betroffen hat, nicht das Ranking. Der Text ist nun geändert und korrekt 🙂

  • […] ihre eigene Marke auf.“ Kein Wunder, dass der Club in der Studie der UDG United Digital Group zum Digitalisierungsgrad der Fußball-Bundesliga-Vereine Platz eins […]

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