Voice wird das neue Schlachtfeld

Author | tanja.gabler@udg.de
3 April 2018 | | No Comments

Die Highlights der Online Marketing Rockstars 2018

Data, Agile und vor allem Sprachassistenten waren die großen Themen bei den Online Marketing Rockstars in Hamburg. “Sprache wird das nächste Schlachtfeld”, postulierte Scott Galloway, der als Professor an NYU Stern School of Business mit seiner Kritik an den großen vier Tech-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon bekannt geworden ist. “Denn virtuelle Realität ist enttäuschend, das Internet der Dinge sinnlos und 3D-Print lächerlich.” Deshalb sei 2018 auch das Jahr, in dem die digitalen Assistenten sich durchsetzen – und das werde auch den Handel verändern. Gewinner dieser Entwicklung sei Amazon, das die Konkurrenz überflügle.

 

Von einer “Ära der Sprachassistenten” sprach David Sneddon, Managing Director Central Europe bei Google – auch wenn er die Vorreiterrolle Amazons bestimmt nicht anerkennen würde. Nicht nur die Technik, auch die Menschen änderten sich: “Wir werden neugieriger, anspruchsvoller und unglaublich ungeduldig geworden.” Einer eMarketer-Studie zufolge glauben 87 Prozent der B2C-Marketer, dass digitale Sprachassistenten schon in drei Jahren eine bedeutende Rolle im Marketing spielen. Die Begründung liefert Naomi Makofsky, zuständig für Global Product Partnerships für Google Assistant:

  • Die Technologie ermögliche eine natürliche(re) Kommunikationserfahrung.
  • Plattformen machen die Beschäftigung mit Sprachassistenten zum Mainstream.
  • Nutzer erwarten von Marken rund um die Uhr personalisierte Unterstützung.

Der Dialog mit Marken via Assistenten führe dazu, dass Marken wie Menschen beurteilt würden. Firmen sollten sich deshalb gut überlegen, welche Persönlichkeit ihre Marke habe. Zudem würden Werbung und Vertrieb für Sprachanwendungen optimiert.

 

Daten und Vorhersagen waren das Thema von Nate Silver, Chefredakteur von FiveThirtyEight. Zwar seien 90 Prozent der Daten weltweit in den vergangenen zwei Jahren entstanden, dennoch führe eine größere Datenmenge nicht automatisch zu besseren Prognosen. “Mehr Daten bedeuten auch mehr Raum für Interpretationen.” Viele Zusammenhänge – sogenannte False Positives – entstünden zufällig und ließen sich nicht reproduzieren. Zudem sei es wichtig, bei einer Vorhersage die Wahrscheinlichkeit zu beachten, mit der eine Prognose eintreffen werde.

 

Aus den eigenen Fehlern lernen möchte auch Facebook, das gerade mit seinem eigenen Datenskandal zu kämpfen hat. “Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen und dafür zu sorgen, dass es nicht mehr auftritt”, sagte Mark Rabkin, VP Ads & Business Platform bei Facebook, und wendete sich dann seinem Thema “Are you agile?” zu. Dieses Vorgehen beruhe auf vier Prinzipen: Urteile seien wichtiger als Prozesse, Prototypen als Diskussionen, Zusammenarbeit als Verhandlungen und Anpassungen als starre Pläne. Manager müssten deshalb lernen, ihre Mitarbeiter weniger zu kontrollieren, von eigenen Fehlern zu profitieren, Teams miteinander zu verbinden und Kampagnen am Leben zu halten. Nur agiles Vorgehen ermögliche es, junge Talente zu begeistern und im schnellen Wandel der digitalen Welt zu bestehen, so Rabkin: “Das Internet liebt es, die besten Voraussagen zu ruinieren”.

 

 

Worauf Unternehmen achten müssen, die Voice fürs Marketing einsetzen möchte, erklärt Mathias Reinhardt in “Ideen für Sprachassistenten entwickeln“.

 

#OMR18


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